Kreuzbandriss bei Hunden

Was passiert bei einem Kreuzbandriss?

Man kann es sich wahrscheinlich denken, welch eine Überraschung, es reist eins der Kreuzbänder im Kniegelenk. In den meisten Fällen ist das vordere Kreuzband betroffen, da es einfach mehr Belastungen ausgesetzt ist. Es kann auch sein das beide Kniegelenke betroffen sind.

Eine kurze anatomische Erklärung

Das Kniegelenk hat ein vorderes Kreuzband (Lig. cruciatum craniale) und ein hinteres Kreuzband (Lig. cruciatum craniale). Wie der Name schon sagt liegen sie überkreuz, beide verbinden den Oberschenkelknochen (Femur) und das Schienbein (Tibia). Das vordere Kreuzband hat seinen Ursprung hinten am Femur, also schwanzwärts (kaudal) und setzt vorne, also kopfwärts (kranial), an der Tibia an. Das hintere Kreuzband hat seinen Ursprung kranial am Femur und setzt kaudal an der Tibia an. Wenn ihr mehr über die Anatomie des Kniegelenks wissen wollt schaut euch gerne meinen Beitrag zu dem Thema an.

Mögliche Ursachen für einen Kreuzbandriss?

Bei Hunden braucht es keinen Unfall oder eine Sportverletzung damit das Band reist, es kann bei ganz alltäglichen Bewegungsabläufen passieren, ein Grund dafür ist, dass das Band mit der Zeit immer weniger elastisch und so zu sagen spröde wird. Zusätzlich kommt es auf den Knochenbau an wenn das Tibiaplateau sehr steil angelegt ist, wird das Kreuzband vermehrt belastet. Häufig sind mittelgroße bis große Hunde betroffen, da sie einfach mehr Masse aufweisen, wird auch hier das Gelenk mehr beansprucht. Übergewicht ist natürlich auch eine zusätzlich Belastung und spielt oft eine Rolle. Es kann aber auch sein das ein junger Hund der im optimalen Fütterungszustand ist, einen Kreuzbandriss erleidet, es ist einfach oft genetisch bedingt. Diese Rassen sind häufig davon betroffen: Deutscher Schäferhund, Labrador, Golden Retriever, Boxer, Rottweiler, West Highland White Terrier und Neufundländer.

Symptome eines Kreuzbandriss?

Dadurch dass das Femur jetzt immer von seiner ursprünglichen Position wegrutschen kann, wird das Gelenk instabil und es entsteht Reibung, deshalb kann das Gelenk warm und geschwollen sein. Das ganze verursacht natürlich auch schmerzen, weshalb es zu einer Bewegungsunlust oder auch zu einer Lahmheit kommen kann. Manche haben auch Probleme beim aufstehen. Die Symptome können im Krankheitsverlauf variieren. Wenn die Verletzung länger Unbehandelt bleibt, kann es sein das auch das hintere Kreuzband reist oder durch die Reibung von Femur und Tibia können auch Arthrosen entstehen.

Wie diagnostiziert ein Therapeut einen Kreuzbandriss?

Zunächst bemerkt man natürlich auch die oben genannten Symptome, wenn vorhanden. Am aussagekräftigsten ist jedoch der sogenannte „Schubladentest“, der bei der Untersuchung durchgeführt werden sollte. Hierbei wird überprüft ob das Femur und die Tibia noch in Verbindung stehen, wenn die Tibia sich allerdings unabhängig vom Femur bewegen lässt, liegt eine Beschädigung eines oder beider Kreuzbänder vor. Um das genaue Ausmaß der Verletzung bestimmen zu können, sollte der Hund einem Tierarzt vorgestellt werden. Dort können, durch ein Röntgenverfahren, alle Unklarheiten beseitigt und dann das weiter Vorgehen besprochen werden.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Wenn ein Kreuzbandriss diagnostiziert wurde, wird der Hund in der Regel operiert, es gibt hier unterschiedliche Operationsmethoden:

  • Tibial Plateau Leveling Osteotomy (TPLO)
  • Tibial Tuberosity Advancement (TTA)
  • Bandersatz
  • Kapselraffung

Die Methode muss auf den Hund abgestimmt werden. In seltenen Fällen wird auch auf eine Operation verzichtet, meist wenn die Risiken einer Narkose zu groß sind. In solchen Fällen sollten folgende Maßnahmen ergriffen werden: Gewichtsoptimierung, Physiotherapie, Änderung des Bewegungsablaufes, medikamentöse Therapie.

Wenn der Hund operiert worden ist, sollte er sobald die Fäden gezogen worden sind einem Physiotherapeuten vorgestellt werden, wenn er nicht schon bei einem in Behandlung ist. Dieser wird sicher stellen das die Muskeln der betroffenen Gliedmaße nicht atrophieren (verkümmern), durch die vermehrte Belastung der anderen Gliedmaßen keine Folgeschäden entstehen und schon vorhandene behandeln. Durch zunächst passive Bewegungstherapie wird die Beweglichkeit des Gelenks bestmöglichst wieder hergestellt. Alles natürlich in einem individuell angepassten Zeitrahmen, man darf im Heilungsprozess nichts überstürzen.

Ich hoffe ich konnte, dieses doch sehr wichtige Thema, gut zusammenfassen. Solltet ihr irgendwelche Fragen haben, schreibt diese gern in die Kommentare oder mir per E-Mail.

Liebe Grüße, Christine 🙂

Hyazinthe

Bild von Daria Nepriakhina auf Pixabay

Wo ist die Pflanze zu finden?

Die Hyazinthe wird wegen ihrer schönen Optik und ihrem betörendem Duft gerne im Garten eingepflanzt oder auch als Zimmerpflanze genutzt.

Was an ihr ist giftig?

An der Pflanze ist alles im höherem Maße giftig. Die Zwiebel enthält Calciumoxalat, die Blätter und Blütenstiele Salicylsäure. Calciumoxalat ist der Hauptbestandteil von Nierensteinen. Salicylsäure reizt die Schleimhäute, führt zur Störung wichtiger Stoffwechselprozesse und kann für Leber und Nieren schädlich sein.

Bild von Thanks for your Like • donations welcome auf Pixabay

Für wen ist sie gefährlich?

Die Hyazinthe ist für Pferde, Schafe, Ziegen, Hunde, Katzen, Hasen, Meerschweinchen und Hamster giftig. Die Schleimhaut wird gereizt, es kommt zu Schluckbeschwerden und Speichelfluss, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen (außer bei Pferden), auch Magen- Darmbeschwerden können auftreten. Eine starke Vergiftung kann auch die Nieren schädigen. Bei Menschen führt häufiger Kontakt zu Hautreizung, wenn er die Pflanze jedoch essen sollte, ruft das die gleichen Symptome wie bei Tieren hervor. Ich habe leider keine genauen Mengenangaben gefunden, ab wann die Symptome auftreten bzw. eine Vergiftung vorliegt, aber es wird überall beschrieben dass es große Mengen sein müssen. Dies ist natürlich auch vom Körpergewicht abhängig.

Weiter Infos zur Hyazinthe

Wie immer findet ihr noch weiter Infos zur Hyazinthe https://botanikus.de/.

Fingerhut

Bild von Benjamin Balazs auf Pixabay

Der Fingerhut ist wohl jedem ein Begriff aber was an ihm ist so giftig und wie wirkt das Gift?

Wo wächst der Fingerhut?

Er wächst in West- und Mitteleuropa, auf Waldlichtungen oder dem Waldrand. Er blüht zwischen Juni – August.

Wo sitzt das Gift?

In den Blättern sitzt das meiste Gift, bei dem es sich um die hochgiftigen Digitalisglycoside, oder auch Herzglykoside genannt, handelt. Diese haben eine Steigerung der Kontraktionskraft, eine Serringerung der Schlagfrequenz, Verlangsamung der Erregungsleitung und Beschleunigen die Erregungsbildung des Herzens zur folge.

Für wenn ist der Fingerhut giftig?

Für Menschen, Hunde, Katzen, Pferde, Kühe, Ziegen, Hasen, Meerschweinchen und auch für Vögel. Bei einem Pferd können 25 g tödlich enden, bei einem Hund können schon 5 g reichen.

Symptome für eine Vergiftung könne sein:

Erbrechen, blutiger Durchfall, Benommenheit und Taumeln. Es kann auch zu Herzrhythmusstörungen und Kammerflimmern, bis zum Herzstillstand kommen.

Mehr zum Fingerhut:

Auch hier habe ich wieder die meisten meiner Infos auf www.botanikus.de nachgelesen. Wenn ihr noch mehr zum Fingerhut wissen wollt, kann ich die Seite sehr weiter empfehlen.

Kniegelenk (Art. genus)

Knöchernes Grundgerüst:

Das Kniegelenk besteht aus drei Knochen, dem Oberschenkelknochen (Femur), dem Schienbein (Tibia) und der Kniescheibe (Patella). Das Kniegelenk wird daher auch in zwei Gelenke aufgeteilt, das Kniekehlgelenk (Art. femorotibialis), das Gelenk zwischen Femur und Tibia, wie der Name schon sagt. Auch bei dem zweiten Gelenk enthält der Name schon die beiden beteiligten Knochen, das Kniescheibengelenk (Art. femoropatellaris), also das Gelenk zwischen Femur und Tibia.

Fun Fact: Obwohl es der Oberschenkelknochen ist, heißt es das Femur.

Das Art. Femorotibialis ist ein Walzengelenk (Art. condylaris), die Hauptbewegung ist Strecken (Extension) und Beugen (Flexion). Das Art. Femoropatellaris ist ein Schlittengelenk (Art. delabens), die Patella kann nur in seiner knöchernen Fuge rauf- und runtergleiten. Die Patella ist in die Endsehne des M. quatriceps femoris eingelagert.

Hauptwegende Muskulatur:

  • Musculus quatriceps femoris (Wichtigster Strecker)
  • Musculus biceps femoris
  • Musculus semitendinosus
  • Musculus semimembranosus
  • Musculus popliteus

Die Bänder:

  • die Außenbänder (Lig. collaterale laterale/Lig. collaterale mediale)
  • Vorderdes Kreuzband (Lig. cruciatum craniale) (Reist bei einem Kreuzbandriss meistens als erstes!)
  • Hinteres Kreuzband (Lig. cruciatum caudale)
  • Lig. patellare
  • Lig. femoropatellare
  • Lig. meniscofemorale

Das Femur und die Tibia passen leider nicht besonders zusammen. Es gibt keine Gelenkspfanne, das heißt zwei mehr oder weniger abgerundete Knochen liegen aufeinander. Manchmal ist der obere Teil der Tibia (Tibiaplateau) sehr steil abfallend, so das der untere Teil des Femur (Condylus femoris) immer etwas nach vorne/unten rutscht wenn das Gewicht darauf verlagert wird, dies kann die Kreuzbänder des Gelenks strapazieren und sogar zum Kreuzbandriss führen. Um das ganze etwas passender zu machen, hat die Natur die Menisken erfunden. Ein Meniskus ist ein Knorpel, es befinden sich je zwei pro Kniekehlgelenk. Sie haben ungefähr die Form einer Mandarinenscheibe und dienen dazu dass die Knochen besser aufeinander passen und zur Stoßdämpfung.

Häufige Krankheiten speziell für dieses Gelenk:

  • Patellaluxation
  • Kreuzbandriss
  • Meniskusriss

Ich hoffe mit diese Beitrag konnte ich euch die Anatomie etwas näher bringen.

Eibe

Bild von Peggy Choucair auf Pixabay

Was ist die Eibe und was an ihr ist giftig?

Die Eibe ist ein Nadelbaum, der in Mischwäldern aber auch auf Grünflächen wachsen kann. Die Samen und Nadeln sind hochgradig giftig, der rote Samenmantel nicht. Sie enthalten das herzwirksame Alkaloid Taxin, dass die Funktion der Herzzellen hemmt und auch tödlich sein kann. Es reichen schon kleinste Mengen auch wenn ein Baum im Umkreis der Weide steht und etwas rüber geweht wird.

Welche Symptome können auftreten?

Starker Speichelfluss, Schaum vor dem Maul, Entzündeter Magen-Darm-Trakt, Krämpfe, Verstopfungen oder auch Durchfall, manchmal Blasenentzündung, zuerst starker dann verminderter Harndrang, Gleichgewichtsstörungen, Herz- und Kreislaufkollaps und Atemlähmung.

Was soll ich tun wenn mein Tier etwas von der Pflanze gefressen hat?

Versuchen Ruhe zu bewahren und sofort den Tierarzt verständigen bzw. aufsuchen. Wenn es sicher ist was das Tier gefressen hat, sollte dies dem Tierarzt gleich mitgeteilt werden. Der Tierarzt wird einem dann sagen was bis zu seinem eintreffen zu tun ist. Daran sollte man sich auch halten! Generell sagt man aber sollten noch Pflanzenreste da sein, sollten diese eingesammelt und aufgehoben werden. Bitte achtet immer auf die eigene Sicherheit, Eibe kann auch für Menschen tödlich sein. Das Tier sollte sich so wenig wie möglich bewegen und es sollte an einen ruhigen Ort gebracht werden.

Weitere Informationen zur Eibe

Die meisten dieser Infos haben ich von der Seite www.botanikus.de. Wenn ihr noch genauere Infos über die Eibe haben wollt, könnt ihr diese gerne dort nachlesen. Hier wird auch erklärt für welche Therapien die Pflanze eingesetzt werden kann.

Muskulatur des Schultergürtels

Bei Hunden und Pferden ist das Schulterblatt nicht durch einen Knochen mit dem Rumpf verbunden, denn sie haben kein Schlüsselbein, sondern nur eine fleischige Verbindung. Das heißt, dass das Schulterblatt in einer Art muskulären Aufhängung liegt, da es von vorne und hinten von Muskeln gehalten wird. Dies ermöglicht den Tieren über Hindernisse zu springen, denn in der Landung wird der ganze Schwung von den Vorderbeinen aufgefangen und dabei schiebt sich das Schulterblatt sehr weit nach oben.

Welche Muskeln gehören zum Schultergürtel?

Die folgenden Muskeln verbinden die Vordergliedmaße mit der Brustwirbelsäule, dem Brustbein, dem Kopf und den Rippen.

  • M. trapezius
  • M. sternocephalicus
  • M. brachiocephalicus
  • M. omotransversarius
  • M. latissimus dorsi
  • M. pectoralis superficialis
  • M. pectoralis profundus
  • M. rhomboideus
  • M. serratus ventralis (Wichtigster Rumpfträger)

Worauf ist bei dieser Muskulatur zu achten?

Die Schultergürtelmuskulatur kann natürlich auch durch verschiedenste Einflüsse negativ beeinflusst werden, was wir natürlich vermeiden wollen. Ein Sattel der nicht richtig passt und somit das Gewicht des Reiters nicht richtig verteilt, weil der Sattel nach vorne kippt, drückt auf die Muskeln die daraufhin nicht richtig arbeiten können. Auch wenn der Sattel zu weit nach vorne rutscht und damit das Schulterblatt in der Bewegung einschränkt, wird der physiologische Bewegungsablauf der Muskeln gestoppt. Reiter die nicht richtig ausbalanciert sind, können auf dauer dafür sorgen, dass die Muskeln sich nicht auf beiden Seiten gleich entwickeln können.

Bei Hunden kann es auch ein schlecht sitzendes Geschirr sein, wenn das Geschirr im Bereich des Schulterblatts entlangläuft und es sich dadurch nicht so weit bewegen kann, wie es nötig wäre. Einseitige Belastung ist bei Hunden auch oft durch die Leinenführung ein Problem, es sollte darauf geachtet werden dass ein Hund nicht nur auf der einen Hand geführt wird. Das Gewicht verlagert sich dabei immer ein bisschen auf die Seite, wo der Besitzer geht, vorallem wenn der Hund ihn dabei noch anblickt. Dadurch wird auch hier die Muskulatur nicht auf beiden Seiten gleich aufgebaut.

Es gibt natürlich noch viele andere Ursachen warum die Schultergürtelmuskulatur unterschiedlich oder schlecht ausgebildet sein könnte. Hinter dem Schulterblatt sitzt ein sehr großes Nervengeflecht, der Plexus Brachialis, wenn ein Tier einen starken Schlag in diesen Bereich bekommt, ein tritt von einem Pferd oder es wird von einem Auto angefahren, kann eine Radialis-Lähmung oder auch das so genannte Abplatten der Pferdeschulter entstehen.

Ich hoffe, ich konnte euch das Thema etwas näher bringen.

Ellenbogengelenk

Servus,

heute gehe ich auf das Thema Ellenbogengelenk ein. Ich möchte gleich vorab sagen, dass ich auf das Ellenbogengelenk des Hundes eingegangen bin. Das heißt prinzipiell ist das Gelenk bei Hunden und Pferden ziemlich gleich aufgebaut, aber zum Beispiel die Ursprung- und Ansatzpunkte der Muskeln können etwas variieren. Ich wollte auf die Krankheiten des Gelenks beim Hund eingehen, also in den nächsten Beiträgen. Deshalb jetzt das Ellbogengelenk des Hundes.

Allgemein:

Das Ellbogengelenk ist bei Hund und Pferd prinzipiell gleich aufgebaut wie bei uns. Es besteht aus drei Knochen, hat eine starke knöcherne Führung und eine Hauptbewegungsrichtung Beugen (Flexion) und Strecken (Extension), außerdem gibt es auch noch die Pronation und Subination, was so viel heißt das man die Handfläche mit ausgestrecktem Arm nach oben (Pronation) und nach unten (Subination) drehen kann. Natürlich kommt auch ein Teil der Bewegung aus dem Handgelenkt bzw. Vorderfußwurzelgelenk aber eben auch aus dem Ellbogengelenk. ACHTUNG: Diese Bewegung ist bei Hunden eingeschränkt und bei Pferden gar nicht möglich. Katzen und Menschen beispielsweiße können die Bewegung voll ausführen. Die Muskeln die das Ellbogengelenk direkt beeinflussen sind der M. biceps brachii, M. triceps brachii, M. brachialis, M. anconeus.

Gelenk:

Die Beteiligten Knochen sind ja Humerus, Radius und Ulnar. Sie bilden drei Gelenke.

  • Articulatio Humeroulnare, ein Scharniergelenk (Ginglymus) mit der Funktion eines Schnappgelenks
  • Articulatio Humeroradiale, ein Scharniergelenk (Ginglymus)
  • Articulatio Radioulnare, ein Zapfengelenk (Articulatio trochoidea)

Muskeln

Flexion:

Musculus biceps brachii

U: Tuberculum supraglenoidale scapulae

A: Precesus coronoideus medialis ulnae und Tuberositas radii

Musculus brachialis

U: Collum humeri

A: Processus coronoideus medialis ulnae

 Extension:

Musculus triceps brachii (er hat vier Muskelköpfe)

U: Caput longum: Margo caudalis scapulae

     Caput laterale: Crista humeri

     Caput mediale: Crista tuberculi minoris

     Caput accessorium: Caput humeri

A: alle 4 Köpfe setzten am Tuber Olecrani an

Musculus anconeus

U: Fossa olecrani

A: Tuber olecrani

Bänder

  • Schräges Ellenbogenband (Ligamentum obliquum)
  • Ringband (Ligamentum anulare radii)
  • Mediales Seitenband (Ligamentum collaterale cubiti mediale)
  • Laterales Seitenband (Ligamentum collaterale cubiti laterale)
  • Elastisches Ellenbogenband (Ligamentum olecrani)

Besonderheiten

  • Starke knöcherne Führung des Gelenks
  • Der Caput longum des M. triceps brachii ist bei der Flexion des Schultergelenks beteiligt:
  • Der Ansatz des M. triceps brachii ist von einem Schleimbeutel unterlagert (Bursa subtendinea m. tricipitis brachii)

Erkrankungen

  • Ellbogendysplasie, ED
  • Short-Ulnar-Syndrom
  • Short-Radius-Syndrom
  • Osteochondrosis dissecans humeri, OCD (kann Grund für eine ED sein)
  • Isolierter Processus anconaeus, IPA (kann Grund für eine ED sein)
  • Fragmentierter Processus coronoideus, FPC (kann Grund für eine ED sein)
  • Arthritis/Arthrose

Wenn ihr das Gelenk vom Pferd auch noch als Beitrag wollt schreibt es doch bitte in die Kommentare.

Liebe Grüße

Christl

Gelenksproblematiken

Servus,

in diesem Beitrag bin ich auf das Thema Probleme/Schäden am Gelenk eingegangen. Ich finde es nämlich ein sehr wichtiges Thema. Die Ausführungen sind hier natürlich sehr einfach gehalten, aber ich möchte auf Knochenwachstum und Rassedispositionen noch extra Beiträge schreiben (das hätte hier den Rahmen gesprengt).

Aber wie kann ein Gelenk denn nun verletzt werden?

Ein Gelenk kann natürlich auf die unterschiedlichsten Arten verletzt werden. Durch einen Autounfall, wenn das Tier irgendwo hängen bleibt und sich losreißen will oder es knickt um. Es gibt noch etliche Möglichkeiten. Wir beschäftigen uns aber heute damit wie ein Gelenk ohne ein solches Trauma entzünden kann.

Woran kann das liegen?

Wie kann es sein das ein Tier, dass artgerecht gehalten, normal bewegt wird und das nicht verletzt wurde, auf einmal Probleme mit einem Gelenk hat. Dies kann durch Überbelastung oder durch falsches Wachstum eines Gelenks entstehen.

Falsches Wachstum

Dies kann sein, wenn manche Knochen nicht richtig auswachsen. Das heißt, dass das Gelenk nicht richtig aufeinanderpasst, wenn zum Beispiel die Gelenkspfanne viel zu klein für den Gelenkskopf ist. Dann wird der Gelenkskopf nicht fest genug gehalten und er kann über die Gelenkspfanne rausrutschen. Dies erzeugt natürlich Reibung an den Knochen und wenn immer wieder eine Reibung da ist, kann eine Entzündung entstehen.

Überbelastung

Ein Gelenk kann überbelastet werden durch eine angeborene Fehlstellung, wenn zum Beispiel die Vorderbeine zeheneng gestellt sind (also die Zehen-/Hufspitzen nach innen gedreht sind) dann nimmt das Tier auf der Innenseite mehr last auf. Dadurch werden bei den Zehengelenken der jeweilige Gelenkspalt auf der Innenseite mehr zusammengedrückt und es kann eher zu Reibungen kommen. Ein anderer Grund, für eine Überbelastung, kann auch eine Schonhaltung eines anderen Gelenks sein (wenn ein Gelenk schon schmerzhaft ist wird es weniger bewegt und dann muss ein anderes Gelenk für zwei arbeiten). Die Strukturen die mit dem Gelenk verbunden sind dürfen aber auch nicht vergessen werden wie Bänder, Sehnen und Muskeln. Ein Gelenk ist nicht nur die sich in der Gelenkskapsel befindlichen Knochenenden. Auch diese Strukturen können schwer beschädigt werden.

Was passiert dann, wenn das Gelenk entzündet ist?

Ein Knochen ist kein stumpfes Gebilde das am Anfang des Lebens wächst und dann für immer so bleibt wie es ist. Wenn ein Knochen bricht wächst er wieder zusammen und wenn man ihn sich sehr stark stößt kann es sein das man ein „Überbein“ bekommt, es kann aber auch genau so sein, dass wenn sich eine Entzündung am Knochen befindet, dass der Knochen abgebaut wird. Das heißt ein Knochen ist immer im Umbau. Was nicht genutzt wird, lohnt nicht die Mühe es aufrecht zu erhalten, also wenn man einen Teil seines Körpers nicht nutzt, schwinden nicht nur die Muskeln, auch der Knochen wird spröde und schwach. Die Zellen, die für den Muskel Aufbau zuständig sind, sind Osteoblasten und die, die für den Abbau zuständig sind, Osteoklasten. Wenn dauerhaft Reibung oder eine Entzündung auf ein Gelenk einwirkt kann es sein das sich die Strukturen verändern. Knorpel oder Bänder können verknöchern oder es kann eben der Knochen abgebaut oder zugebildet werden.

Die Gelenkschmiere

Es sei auch noch etwas zur Gelenkschmiere (Synovia) allgemein gesagt. Ohne sie würde, der Knorpel permanent aneinander reiben und es gäbe auch keine stoßdämpfende Funktion im Gelenk. Außerdem wird der Knorpel durch die Synovia versorgt. Die Gelenkschmiere kann unterschiedlich zäh bzw. gleitfähig sein. Wenn der Körper noch nicht aufgewärmt ist, dann ist die Gelenkschmiere auch noch nicht so flüssig und gleitfähig, sie kann Stöße und Reibungen noch nicht so gut abmildern. Deshalb ist es immer wichtig sich, und vor allem auch die Tiere, gut aufzuwärmen, wenn man mit ihnen arbeiten möchte. 10 Minuten Schritt sind das absolute Minimum. So kann man dafür sorge tragen, dass sein Tier sich bei der Arbeit nicht unnötig verletzt.

Wenn der Schaden einmal angerichtet ist

Wenn das Gelenk einmal einen solchen „Schaden“ hat, zieht es unweigerlich folgen nach sich. Wenn es im Gelenk eine Zubildung gibt dann entsteht noch mehr Reibung. Ein zurückgebildeter Knochen kann auch kein richtiges Gelenk mehr bilden und es verliert an halt. Wenn die Bänder wegen ständigem Zug verknöchern kann auch das wieder im Gelenk stören und neuen Reibung auslösen. Selbst wenn ein Gelenk irgendwann komplett verknöchert ist (wie zum Beispiel das Sprunggelenk bei der Spat-Erkrankung) dann ist es steif und es ist kaum noch eine Bewegung möglich. Dann muss ein anderes Gelenk doppelt so viel leisten als normal und läuft dabei Gefahr überbelastet zu werden.

Man sieht also, es kann mehr auslösen als es auf den ersten Blick zu scheinen mag. Deswegen ist es ratsam seine Tiere regelmäßig kontrollieren und behandeln zu lassen.

Liebe Grüße

Christl

Gelenke

Gelenk = Articulatio (Abkürzung: Art.)

Ich dachte mir ich nehme das Thema Gelenke gleich am Anfang, weil ich ja im Laufe der Zeit auf die einzelnen Gelenke eingehen möchte und da ist es von Vorteil schon mal was darüber gehört zu haben. Außerdem ist es ein unglaublich wichtiges Thema im Bewegungsapparat von fast allen Säugetieren. Eine Fraktur oder Entzündung an einem Gelenk kann starke Folgen haben (z.B. Arthrose). Wie es dazu kommen kann erkläre ich im nächsten Beitrag. Jetzt geht es erst einmal um den Aufbau eines Gelenks.

Es gibt verschiedene Arten von Gelenken, echte Gelenke, unechte Gelenke, Kugelgelenke, Schiebegelenke und vieles mehr, aber gehen wir langsam und Schritt für Schritt vor.

Echtes oder unechtes Gelenk?

Ein echtes Gelenk (Diarthrose) ist ein Gelenk mit einem Gelenkspalt (Spatium articulare), also wenn zwei oder mehrere Knochen aufeinander treffen aber nicht bindegewebig Verbunden sind. Die Gelenkfläche der Knochen ist mit hyalinem Knorpel umgeben und zusätzlich sind sie noch von einer Gelenkskapsel (Capsula articularis) umschlossen. Die Gelenkskapsel ist außerdem mit einer Gelenksflüssigkeit (Synovia) gefüllt. Diese verhindert, dass Reibung zwischen den Knochen entsteht und versorgt den Knorpel mit Nährstoffen. Die meisten sind echte Gelenke wie z.B. Ellbogen-, Knie- oder Hüftgelenk. Es gibt auch echte Gelenke die kaum beweglich sind, dies ist dann ein straffes Gelenk (Amphiarthrose).

Unechte Gelenke (Synarthrose) sind meist wenig bis gar nicht beweglich. Es sind Knochen die durch Bindegewebe verbunden werden. In jungen Jahren sind sie vielleicht noch leicht verschieblich bzw. beweglich aber mit der Zeit verknöchern die meisten. Ich kann mir das mit den Schädelknochen am besten vorstellen, wenn wir auf die Welt kommen, können sich die Knochen noch verschieben, schon allein damit wir besser durch den Geburtskanal passen (das ist bei Hunden und Pferden genauso wie bei Menschen), und mit der Zeit verwachsen sie und der Schädel ist stabil. Auch beim Kreuzbein (Os Sacrum) sind die Wirbel (wo ja sonst jeder einzelne verschiebbar ist) fest zusammengewachsen.

Fazit: Jedes Gelenk mit einem Gelenkspalt ist ein echtes Gelenk egal wie beweglich es ist. Jedes Gelenk das durch knorpeliges Bindegewebe verbunden wird ist ein unechtes Gelenk.

Zwei Knochen oder mehr?

Es gibt Gelenke die aus zwei aufeinandertreffenden Knochen bestehen wie das Krongelenk (Art. interphalangeae proximales), es besteht aus dem Fesselbein (Os compedale) und dem Kronbein (Os coronale), dies nennt man dann ein einfaches Gelenk (Art. simplex). Ein Gelenk kann aber auch aus mehreren Knochen bestehen wie zum Beispiel das Karpalgelenk (Art. Carpi) bei dem 11 Knochen beteiligt sind. So ein zusammengesetztes Gelenk (Art. complex) hat in der Regel dann natürlich auch mehrere kleine Gelenke in sich, da ja mehrere Gelenkspalte vorhanden sind. Diese kleinen Gelenke sind oft nicht sehr beweglich. 

Aber wie können jetzt viele kleine Gelenke teil eines Gelenks sein? Ganz einfach, sie befinden sich alle zusammen in einer Gelenkskapsel, deswegen kann man sie zu einem Gelenk zusammenfassen.

Gelenkformen

Es gibt die unterschiedlichsten Arten von Gelenkformen, je nach Gelenksform sind auch unterschiedliche Bewegungen möglich.

Begriffe die in der Tabelle vorkommen werden hier noch schnell erklärt:

  • Abduktion: wenn ich den unteren Gelenkspartner (den Knochen) weg vom Körper bewege
  • Adduktion: wenn ich den unteren Gelenkspartner zum Körper hinbewege
  • Lateralflexion: ist eine leichte Seitwärtsbewegung
Gelenkform Lateinische Bezeichnung Bewegungsmöglichkeiten
Schiebegelenk Articulatio plana Die Gelenkspartner lassen sich gegeneinander verschieben
Schraubengelenk Articulatio cochlearis Strecken und Beugen
Schlittengelenk Articulatio delabens Ein Knochen gleitet auf dem Gelenkspartner
Scharniergelenk Ginglymus Beugen und Strecken
Walzengelenk Articulatio condylaris Beugen und Strecken
Kugelgelenk Articulatio sphereoidea Beugen/Strecken, Außen- und Innenrotation, Abd- und Adduktion
Ellipsoidgelenk Articulatio ellipsoidea Beugen/Strecken, Lateralflexion
Zapfengelenk Articulatio trochoidea Rotationsbewegung
Sattelgelenk Articulatio sellaris Hauptbewegung: Beugen/ Strecken, Möglich ist auch: Außen- und Innenrotation, Abd- und Adduktion

Dies war natürlich nicht alles was es über Gelenke zusagen gibt, zum Beispiel gibt es noch Abwandlungen der hier genannten Gelenksformen, diese werden wir noch kennenlernen, wenn wir uns mit den einzelnen Gelenken auseinandersetzen. Ich denke aber, dass das wichtigste hier erwähnt wurde und man schon einen ganz guten Überblick von dem Thema Gelenk erhalten hat.

Liebe Grüße

Christl